New York City Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch

„Vielseitige und äußerst informative Führungen, die lokalen Führer waren sehr kompetent und detailliert, aber gleichzeitig locker, persönlich und begeisternd.“ (Reisende aus Köln, Oktober 2009)

Zur Bildergalerie: New York City Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch

Termine:
  • 3.4.-11.4.10
  • 9.10.-17.10.10  buchen
  • 27.8.-4.9.11  reservieren
  • 8.10.-16.10.11  reservieren
Preis 2010 (verlässlicher Preis für 2011 hier ab November):
  • Reisepreis: € 930,- ab/bis New York
  • Gerne können Sie über uns einen Flug zum günstigsten Tagespreis gleich mitbuchen. Auch einen Transfer vom Flughafen zum Hotel und, falls gewünscht, Verlängerungsnächte in New York arrangieren wir gerne für Sie
Kombinierbar 2010 mit:

Themen unserer Reise in die großartigste Stadt:
● Stadt der Immigranten
● Das jüdische Manhattan: Die Lower East Side
● Das ukrainische und polnische New York: East Village und Greenpoint
● Chassiden in Brooklyn
● Coney Island, Brighton Beach, Little Odessa: Juden, Russen, Ukrainer am Atlantik
● Die soziale und politische Situation: Besuch eines Sozialprojekts
● Literatur aus und über New York
● Zu Beginn und Ende der Reise gibt es Zeit für Erkundungen der "klassischen Sehenswürdigkeiten", Museumsbesuche, Shopping und Entdeckungen auf eigene Faust
● Kompetente Gesprächspartner liefern Informationen aus erster Hand
● Ukrainische, polnische, russische und jüdische Küche zeigen die kulinarische Seite des Ostens im Westen

Der Osten im Westen

Nachdem der Florentiner Giovanni da Verrazano 1524 als erster Europäer die von Native Americans besiedelte "hügelige Insel" Manna hatta (oder Menatay) gesehen hatte, verging fast noch ein Jahrhundert bis der Engländer Henry Hudson nach einer Erkundungsreise 1609 seine niederländischen Arbeitgeber für die Neue Welt zu interessieren vermochte. Nach einem zweifelhaften Deal kam die Insel mit ihrem kleinen Hafen "Nieuw Amsterdam" 1626 in den Besitz der Niederländischen Westindien Kompanie. 1646 wurde gegenüber eine weitere Siedlung namens Breukelen (heute Brooklyn) gegründet. Handel (Tabak, Pelze, Sklaven), Korruption, Verfall, Konflikte mit den Einheimischen bestimmten das frühe Bild der Insel, in die ab 1647 Peter Stuyvesant Ordnung und Dynamik bringen sollte. 1664 kapitulierte er vor den englischen Kriegsschiffen. Aus Nieuw Amsterdam wurde New York. Der Handel blieb auch in der nun englischen Kolonie weiter bestimmend, die Stadt zog Menschen vieler Nationalitäten an, teils Glücksritter und Spekulanten, teils in ihrer alten Heimat Bedrängte und Verfolgte.
Die zunehmende Unzufriedenheit der Kolonisten mit der englischen Steuerpolitik mündete schließlich in den Unabhängigkeitskrieg 1775-1783 unter dem Oberbefehl des späteren ersten US-Präsidenten George Washington.
1810 war New York mit 100.000 Einwohnern zur größten Stadt des jungen unabhängigen Staats geworden - einen wichtigen Dynamisierungsschub hatte die Gründung der Börse an der Wall Street 1792 ausgelöst - und dehnte sich immer weiter Richtung Norden aus, ab 1811 nach dem Prinzip eines durchnummerierten Gitternetzes unter Ausnahme eines alten Indianerpfades: des Broadway.
Nach dem Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs 1865 begann die Industrialisierung, New York wurde zur Verwaltungsmetropole der neuen Bank- und Industrieimperien.

Millionen verlassen Europa

In Europa löste die Industrialisierung große soziale Umwälzungen aus, viele Menschen wurden mittellos und suchten ihr Glück in der Emigration in die Vereinigten Staaten. Um den Ansturm besser kontrollieren zu können wurde 1892 auf Ellis Island eine zentrale Empfangsstation mit Internierungslager errichtet. Bis zur Schließung im Jahre 1954 durchliefen 12 Millionen Immigranten die Insel im New Yorker Hafen. 40% der heutigen US-Einwohner stammen von ihnen ab. Noch vor dem Höhepunkt der Immigration im ersten Jahrzehnt des 20. Jh. hatten sich 1898 die fünf unabhängigen Boroughs Manhattan, Brooklyn, Bronx, Queens und Richmond (seit 1975 Staten Island) zu New York City (NYC) zusammen geschlossen, das mit 3,5 Mio. Einwohnern zur größten Stadt der Welt wurde.
Allein zwischen 1899 und 1910 wanderten 9,5 Mio. Menschen in die USA ein, viele von ihnen ließen sich in NYC nieder. Die mit Abstand größte Gruppe (1,9 Mio.) kam aus Süditalien, darauf folgten Juden (1,1 Mio.), Polen (950.000) und Deutsche (750.000).
Die Gesamtzahl der zwischen 1881 und 1910 eingewanderten Juden betrug 1,5 Mio., zwei Drittel von ihnen kamen aus dem zaristischen Russland, viele auf der Flucht vor Pogromen und Antisemitismus. Die restlichen jüdischen Immigranten stammten aus verschiedenen (überwiegend ost-)europäischen Ländern, viele aus Galizien. Bei ihnen stand, wie bei ihren nichtjüdischen Mitemigranten, das Entkommen aus der wirtschaftlichen Misere als Auswanderungsmotiv im Vordergrund. Im zuletzt angeführten Zeitraum waren auch einige Hunderttausend Ukrainer zur Verwirklichung des Amerikanischen Traums in der Neuen Welt angekommen.

Extrem vielfältig und unglaublich bunt

Die große Mehrheit der jüdischen Immigranten fand eine erste Bleibe unter ärmlichsten Lebens- und Arbeitsbedingungen in den entstehenden Mietskasernensiedlungen (Tenements) der Lower East Side (LES). Teilweise nahmen sie dort Plätze früherer irischer und deutscher Einwanderer ein, die, sobald sie es sich leisten konnten, aus "Klein Deutschland" an die Upper East Side zogen. Ebenso verabschiedeten sich die meisten Juden, hatten sie sich bescheidenen Wohlstand erarbeitet, von der LES. Viele zogen nach Brooklyn, wo Juden heute 40% der weißen Bevölkerung stellen. Das jüdische Leben in der größten jüdischen Stadt der Welt (ein Viertel der 8 Mio. Einwohner New Yorks) ist wie NYC selbst: extrem vielfältig und unglaublich bunt. Die sehr verschiedenen jüdischen Schicksale hat der 1935 aus Polen in die USA eingewanderte spätere Nobelpreisträger Isaac B. Singer in seinen Romanen und Erzählungen beschrieben.
Polnische und ukrainische Neuankömmlinge siedelten sich überproportional im nördlich an die LES angrenzenden East Village an, es entstand eine "Little Ukraine". Bis heute finden sich dort religiöse, kulturelle und kulinarische Einrichtungen der beiden Gruppen.
Anders als der große Dichter Josef Brodski, der in Manhattan Wohnung nahm, ließen sich viele Emigranten aus der Sowjetunion der 1970er/80er Jahre in Brighton Beach am Atlantik nieder und schufen "Little Odessa". In manchen Straßen hört und liest man ausschließlich Russisch, weswegen die Bewohner im Allgemeinen für "Russen" gehalten werden, auch wenn sie keine sind. Auch in Deutschland glauben ja viele, Odessa läge in Russland.
Trotz der weit restriktiveren Einwanderungspolitik nach der großen Welle zu Beginn des 20. Jh. bleibt NYC bis heute eine Stadt der Immigranten. Im 20. Jh. kamen sehr viele Menschen aus Asien und Lateinamerika und trugen das ihre zur einzigartigen New Yorker Mischung bei. Je nach den politischen Verhältnissen in Europa suchten auch immer wieder größere Gruppen aus der Alten Welt Zuflucht in den USA: Verfolgte der Sowjetmacht und des Naziregimes, Kriegsflüchtlinge aus Jugoslawien und andere.
Wir konzentrieren uns bei unseren New York Erkundungen auf die osteuropäisch-jüdischen Anteile, vergessen dabei jedoch nicht, dass die Besonderheit der Stadt aus ihrer kaum zu überblickenden Vielfalt besteht. Wie die kroatische Schriftstellerin Dubravka Ugrešić schrieb: "Ich gehe hin und schalte mich in den onirischen Blutkreislauf von Millionen verstorbener Träumer ein, sie murmeln mir in allen Sprachen der Welt, ich bin Jüdin, Polin, Schwedin, ich bin Afrikanerin, Russin, Italienerin, ich bin weiß, schwarz und gelb." Der deutsche Schriftsteller Hermann Kesten fand etwas rauhere Worte: "Wie die Autos stoßen Europa und Asien und Afrika zusammen, die Karambolage heißt New York."

Vorgesehenes Reiseprogramm

    1. Tag
    • Individuelle Anreise nach New York (einen Flug zum günstigsten Tagespreis können Sie gerne über uns gleich mitbuchen)
    • Zeit für erste Erkundungen
    2. Tag
    • Zeit für eigene Erkundungen (z.B. fakultativ: "klassische" oder "alternative" Stadtrundfahrt)
    3. Tag
    • Stadt der Immigranten: Bootsfahrt zur Freiheitsstatue und nach Ellis Island. Audiotour durch das Immigrationsmuseum
    • Treffen mit einem New Yorker Journalisten: Immigration in die USA - Einst und Heute
    • Dinner: Die polnische Küche New Yorks
    4. Tag Das jüdische Manhattan: Die Lower East Side
    • Geführter Spaziergang durch die Lower East Side
    • Lunch: Die jüdische Küche New Yorks
    • Besuch des Tenement Museums. Führung durch eine jüdische Immigrantenwohnung der Jahrhundertwende (19./20.)
    5. Tag
    • Das polnische New York: Führung durch Greenpoint, das "Little Warsaw" in Brooklyn
    • Zurück nach Manhattan zu Fuß über die Brooklyn Bridge
    • Das ukrainische New York: Führung durch die ukrainischen Straßenzüge des East Village
    • Dinner: Die ukrainische Küche New Yorks
    • Lesung des ukrainischen Dichters Vasyl Machno
    6. Tag
    • Chassiden in Brooklyn: Besuch bei den Lubawitscher Chassiden in Crown Heights. Gespräch mit einem Vertreter dieser religiösen Strömung: Ihre Tätigkeiten in New York und Osteuropa (Ukraine, Russland)
    • Spaziergang am Atlantik/Das russisch(e)-jüdische New York: Coney Island, Little Odessa, Brighton Beach
    • Dinner: Die russische Küche New Yorks
    7. Tag
    • Die soziale und politische Situation: Kennenlernen eines Sozialprojekts
    • Zeit für eigene Erkundungen
    8. Tag
    • Zeit für eigene Erkundungen (halber Tag)
    • Individuelle Abreise nach Hause
    9. Tag
    • Ankunft zu Hause

Kosten und Leistungen

  • Reisepreis: € 930,- ab/bis New York
  • Gerne können Sie über uns einen Flug zum günstigsten Tagespreis gleich mitbuchen. Auch einen Transfer vom Flughafen zum Hotel und, falls gewünscht, Verlängerungsnächte in New York arrangieren wir gerne für Sie

Im Preis enthalten sind:

  • Vorbereitungsmaterialien
  • 7 Übernachtungen ohne Frühstück (Frühstücksmöglichkeiten in Hotelnähe) im DZ "Standard" mit Waschbecken (Dusche/WC auf der Etage) im sehr einfachen, sehr originellen Budget-Hotel Hotel Carlton Arms mitten in Manhattan (East 25th street). Jedes der kleinen Zimmer ist von einem anderen Künstler gestaltet worden
  • 4 "nationale" Mahlzeiten (polnisch, ukrainisch, jüdisch, russisch)
  • 7-Tageskarte für U-Bahn und Busse
  • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder (wenn im Programm nicht ausdrücklich als "fakultativ" gekennzeichnet) und Reiseleitung
  • Sicherungsschein


Zusätzliche Kosten (fakultativ):

  • Platz im DZ "Komfort" (Zimmer mit Bad/WC): € 40,-
  • Einzelzimmer "Standard" mit Waschbecken: € 100,-
  • Einzelzimmer "Komfort" mit Bad/WC: € 220,-
Auf Anfrage vermitteln wir Ihnen gerne auch ein Zimmer in komfortableren Hotels in der Nähe unserer Standardunterkunft (Aufpreis je nach Hotelkategorie)



LIGHT FROM THE EAST - EX ORIENTE LUX

 

 Zum Seitenanfang

Wettervorhersage New York
  Uhrzeit New York


 New York City  Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch
Little Warsaw in Greenpoint (Eva Sauer)
 New York City  Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch
Lubawitscher Chassiden in Crown Heights (Eva Sauer)
 New York City  Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch
Little Odessa auf Coney Island (Eva Sauer)
 New York City  Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch
Südspitze Manhattans im Mai 2001 (Thomas Reck)
 New York City  Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch
Manhattan Bridge und Midtown (Thomas Reck)
 New York City  Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch
Osteuropäerinnen in Little Odessa, Brighton Beach (Thomas Reck)
 New York City  Osteuropäisch–Jüdisch–Literarisch
Frau Freiheit hat Freizeit (Thomas Reck)