28,15,0,50,1
600,600,60,1,5000,1000,20,2000
90,300,1,50,12,25,50,1,70,12,1,50,1,1,1,5000
Jüdisches Museum Foto: Thomas Reck
Jüdisches Museum
Monastirsynagoge Foto: Thomas Reck
Monastirsynagoge
Synamoschee der Doenme Foto: Thomas Reck
Synamoschee der Doenme
Aristoteles-Platz Foto: Thomas Reck
Aristoteles-Platz
Blick vom Park-Hotel über den Thermaischen Golf auf den Olymp Foto: Thomas Reck
Blick vom Park-Hotel über den Thermaischen Golf auf den Olymp
Uferpromenade
Uferpromenade

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Thessaloniki

Christen, Muslime und Juden in der „City of Ghosts“

 

ÜBERBLICK

 

Mit Exkursionen nach Vergina, Veria und Chortiatis

 

"Insgesamt vielfältig, die einzelnen Referenten/Führungen sehr überzeugend."

(Hermine Hiergeist, Bonn, April 2016)

 

Auf unserer Reise in die „Hauptstadt der Flüchtlinge“ (Giorgios Ioannou) beschäftigen wir uns mit:

  • den antiken und römisch-byzantinischen Grundlagen der Stadt
  • der fast 500-jährigen osmanischen Herrschaft
  • der in dieser Zeit größten Bevölkerungsgruppe: den sephardischen Juden
  • dem „falschen Messias“ Sabbatai Zwi und der speziellen Konvertitengruppe der „Dönme“ oder „Ma'min“
  • der Re-Hellenisierung ab 1912
  • dem Wiederaufbau nach dem Großen Feuer 1917
  • den dramatischen Folgen des „Bevölkerungsaustauschs“ von 1923
  • der NS-Okkupation mit Deportation der Juden und Drangsalierung der Griechen, Widerstand und Kollaboration
  • der Nachkriegsentwicklung mit Bürgerkrieg, Modernisierung, Diktatur, Demokratisierung, Krise und beginnender Rückbesinnung auf die kosmopolitische Vergangenheit der Stadt

REISE

 

Christen, Muslime und Juden in der „City of Ghosts“

Thessaloniki („Sieg in Thessalien“) wurde 315 v. Chr. vom makedonischen König Kassandros gegründet. Er nannte die Stadt nach seiner Gattin Thessalonike, einer Halbschwester Alexanders des Großen. Turnschuhfreunde erkennen darin das Wort „Nike“.

 

Rom und Byzanz

Thessaloniki Aristoteles-Platz

Das historische Makedonien fand um 150 v. Chr. durch das Römische Reich sein Ende. Der Name lebte fort in der römischen Provinz „Macedonia“, zu deren Hauptstadt das an der Via Egnatia, dem Hauptverkehrsweg von Rom nach Byzanz, gelegene Thessaloniki wurde.
In die römische Zeit, etwa 50 n. Chr., fällt der Versuch von Saulus-Paulus die damals schon anwesenden lokalen Juden vom Christentum zu begeistern. Von seinen Bemühungen zeugen seine zwei Briefe an die Thessalonicher. In der Stadt Veria (50 km westlich von Thessaloniki) existiert noch ein Synagogengebäude, in dem Paulus vermutlich gepredigt hat.
Von der Reichsteilung 395 bis zur Niederlage gegen das Osmanische Reich 1430 durchlief Ostrom-Byzanz diverse Phasen der Expansion und der Zurückdrängung, der Blüte und des Niedergangs.
Die versuchte Slawisierung Thessalonikis („slawische Landnahme“ im 6. und 7. Jh.) wurde abgewehrt, die Slawen ab dem 9. Jh. von Thessaloniki aus durch Kyrill und Method christianisiert.
Thessaloniki galt im Byzantinischen Reich als die wichtigste Stadt nach Konstantinopel, erlebte im 12. Jh. eine Glanzzeit, von der zahlreiche Kirchenbauten zeugen, kam 1423 noch kurz unter venezianische Herrschaft, bevor es 1430 für knapp 500 Jahre an das Osmanische Reich fiel und fortan offiziell „Selanik“ hieß.
Bis heute finden sich in der Stadt zahlreiche Zeugnisse der römisch-byzantinischen Vergangenheit.

 

Osmanische Zeit und „Mutter Israels“

Für die Zusammensetzung der Bevölkerung von weitaus größerer Bedeutung als die osmanische Eroberung war der Zuzug von aus Spanien und Portugal vertriebenen sephardischen Juden ab Ende des 15.Jh.
Salonicco, wie die ladinosprachigen Zuzügler ihre Stadt nannten, beherbergte bald die größte sephardische Gemeinde Europas mit einem äußerst vielfältigen jüdischen Leben, Juden stellten bis zum 1. Weltkrieg vor muslimischen Türken und christlichen Griechen die größte Bevölkerungsgruppe und trugen maßgeblich dazu bei, dass Selanik im 17. Jh. das wichtigste Handelszentrum auf dem Balkan war, unter Juden erhielt die Stadt den Beinamen „Mutter Israels“.
In jenem 17. Jh. fand die messianische Bewegung des aus Smyrna/Izmir stammenden Sabbatai Zwi auch in Thessaloniki zahlreiche Anhänger. Viele folgten ihrem Lehrmeister, als der gezwungenermaßen zum Islam übertreten musste. Diese vom Judentum konvertierten Muslime wurden Dönme oder Ma‘min genannt, es gibt sie in kleinen Gruppen noch heute.
Das spätere 19. Jh. sah einen starken wirtschaftlichen Aufschwung, die Verdoppelung der Einwohnerzahl auf 120.000, die Geburt von Mustafa Kemal, dem späteren Atatürk. Selanik galt als eine der liberalsten und progressivsten Städte im Osmanischen Reich. 1908 begann von hier aus die Jungtürkische Revolution, ein Jahr später wurde die Stadt zum Verbannungsort des abgesetzten Sultan Abdülhamid II.

 

Jahrhundert der großen Umwälzungen

Im 20. Jh. folgten weitere dramatische Umwälzungen, die das Bild der Stadt grundlegend veränderten:
Gleich zu Beginn des 1. Balkankriegs 1912 wird das überwiegend jüdische Thessaloniki von den Türken kampflos an griechische Truppen übergeben. 1917 zerstört ein Großfeuer weite Teile des südlichen Stadtzentrums, die alten jüdischen Viertel werden besonders in Mitleidenschaft gezogen, die anschließende Stadterneuerung lässt das heute noch anzutreff ende Bild entstehen.
In Folge des griechisch-türkischen Kriegs 1919–22 wird im Vertrag von Lausanne ein „Bevölkerungsaustausch“ festgeschrieben, der großes menschliches Leid mit sich bringt und die Bevölkerungszusammensetzung Thessalonikis massiv verändert. Über Hunderttausend griechische Flüchtlinge aus Kleinasien werden neu in Thessaloniki aufgenommen, Tausende Türken müssen ihre Heimatstadt verlassen, die Juden verlieren ihre Stellung als zahlenmäßig stärkste Gruppe. All das wird von erheblichen sozialen Spannungen begleitet. 1931 findet der erste Judenpogrom in der Stadtgeschichte statt. Die „offizielle“ Politik ist von starken Hellenisierungsbestrebungen geprägt und – gelinde gesagt – wenig judenfreundlich. In den 1930er Jahren verlassen 10.000 Juden die Stadt, viele gehen nach Palästina. Zu Beginn der deutschen Besatzung leben noch ca. 50.000 Juden in Thessaloniki, die ihre Gottesdienste in 40 Synagogen feiern. Die Besatzer führen rasch die üblichen Schikanen gegen die jüdische Bevölkerung ein. 1942 zerstören sie den alten großen jüdischen Friedhof (300.000–500.000 Gräber), auf dessen Gelände nach 1945 der Campus der Aristoteles-Universität errichtet wird. Im Frühling und Sommer 1943 werden fast alle Juden  essalonikis nach Auschwitz deportiert und ermordet. Nur 2.000 überleben.
Auch nichtjüdische Griechen wurden zu Opfern der deutschen Besatzer. Am 2.9.1944 wurden in Chortiatis bei Thessaloniki 149 Dorfbewohner im Zuge einer „Vergeltungsaktion“ von Deutschen und griechischen Kollaborateuren ermordet.
Der Bürgerkrieg nach dem Kriege dauerte bis 1949 und forderte unter den nichtjüdischen Griechen mehr Opfer als der 2. Weltkrieg.
Danach folgten Wiederaufbau und wirtschaftlicher Aufschwung, Thessaloniki wurde zu einer wichtigen Messestadt, die demokratische Entwicklung 1967–74 durch die rechte Obristendiktatur zwischenzeitlich unterbrochen.
Seit 1981 ist Griechenland Vollmitglied der EU (damals noch EG), 1997 war Thessaloniki europäische Kulturhauptstadt, seit 2008 ist „die Krise“ das alles beherrschende Thema.
Über lange Nachkriegsjahrzehnte wurde die jüdisch-sephardische und die muslimisch-osmanische Geschichte der Stadt größtenteils beschwiegen, seit einigen Jahren ist aber eine Veränderung der Erinnerungskultur zu registrieren. Eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt wohl der seit 2011 amtierende Bürgermeister Jannis Boutaris, der gesagt hat „die Bürger Thessalonikis kennen die Geschichte ihrer Stadt nicht. Wenn man seine Stadt nicht kennt, kann man sie auch nicht lieben“ und sich mit zahlreichen Projekten für ein Wiederaneignen der gesamten Stadtgeschichte einsetzt.

 

PROGRAMM

 

Vorgesehenes Reiseprogramm

Tag Programm
1. Tag
  • Spätnachmittags Abflug ab Berlin-Schönefeld mit Easy Jet nach Thessaloniki (andere Startflughäfen und Fluggesellschaften auf Anfrage ggf. gegen Aufpreis möglich)
  • Abends Ankunft in Thessaloniki, Transfer zum Hotel
2. Tag „Die Grundlagen“. Das antike und byzantinische Thessaloniki:
  • Stadtführung von der Ober- in die Unterstadt (Vlatadon-Kloster mit Panoramablick, Oberstadtgassen, mittelalterliche Stadtmauern, Latomou-Kloster, Nikolauskirche, Rotunde, Galeriusbogen, Galeriuspalast u.a.)
  • Besuch des archäologischen Museums
3. Tag Glanz und Elend
  • Besuch des byzantinischen Museums
  • Besuch eines sozial-kooperativ ausgerichteten Supermarktprojekts
  • Zeit zur freien Verfügung
  • Diskussion mit einem griechischen Universitätsprofessor: Krise, griechisch-deutsche Beziehungen, aktuelle Situation
4. Tag Das osmanische und postosmanische Thessaloniki:
  • Stadtführung „Osmanisches Thessaloniki“ (Moscheen, Hamams, Atatürk-Geburtshaus u.a.)
  • Rembetiko. Spaziergang zur musikalischen Kultur der Flüchtlinge aus Kleinasien mit anschließendem Essen und Konzert
5. Tag "Mutter Jerusalems". Das jüdische Thessaloniki
  • Besuch des jüdischen Museums
  • Geführter Spaziergang zu jüdischen Orten in der Innenstadt (Synagogen, Modianomarkt, Banque de Salonique, Hafen, Freiheitsplatz u.a.)
  • Bustour mit Ausstiegen durch die Oststadt (Villen jüdischer, christlicher und muslimischer Unternehmer, Moschee der Dönme, Allatini Getreidemühle u.a.)
6. Tag Naziokkupation und Kollaboration:
  • Fahrt mit ÖPNV nach Chortiatis in den Bergen östlich der Stadt: Information über die Ereignisse am 2.9.44, Gespräch mit Zeitzeugen, Spaziergang durch den Ort
  • Zeit zur freien Verfügung
7. Tag Tagesexkursion nach Veria und Vergina:
  • Veria: Multikulturelle Altstadt, Ort, an dem Paulus 50 n. Chr. gepredigt hat, ehem. jüdisches Viertel mit Synagoge
  • Vergina: Besuch der Königsgräber (Philipp II von Makedonien) mit einzigartigem Museum
8. Tag Thessalonikier Aspekte:
  • Aromen und Gerüche: Marktspaziergang mit Verkostungen
  • Zeit zur freien Verfügung
9. Tag
  • Morgens Transfer zum Flughafen und Abflug mit Easy Jet nach Berlin-Schönefeld (Ankunft mittags)

(Die Abflug- und Ankunftszeiten können sich aufgrund von Flugplanaktualisierungen noch verändern)

 

PREISE & LEISTUNGEN

 

Preis:

  • Reisepreis: € 1.370,- (ab/bis Berlin)
  • Bei eigener An- und Abreise bis/ab Thessaloniki: € 1.120,-

Im Preis enthalten sind:

  • Vorbereitungsmaterialien
  • Flug mit Easy Jet Berlin-Thessaloniki-Berlin (Flüge ab anderen deutschen Flughäfen mit anderen Fluggesellschaften auf Anfrage möglich)
  • 8 Übernachtungen im DZ (Bad/WC) im sympathischen Mittelklassehotel "Park" in bester Lage zwischen Oberstadt und Meer
  • Halbpension (7 Tage)
  • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und griechische Reiseleitung)

Zusätzliche Kosten (fakultativ):

  • Einzelzimmer: € 160,-

 

REISEECHO

 

 

"Ich habe schon manche Studienreisen mit anderen Organisationen gemacht: von niemandem wurde ich so vielseitig und reichlich dokumentiert! Herzlichen Dank."

(Reiseteilnehmer aus Aarau/Schweiz, April 2016)


"Insgesamt vielfältig, die einzelnen Referenten/Führungen sehr überzeugend."

(Hermine Hiergeist, Bonn, April 2016)


"Sehr intensive Auseinandersetzung mit Land und Leuten, insgesamt sehr gelungen! Es war eine wunderbare Reise, die uns gedanklich weiter beschäftigt - vielen Dank!"

(Reiseteilnehmerin aus Rheinland-Pfalz, April 2015)

 

 

FOS EX ANATOLON - EX ORIENTE LUX

GRIECHENLAND

Griechenland

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Unsere Termine

 

08.04 - 16.04.2017Reise findet statt

Vorgesehene Reiseleitung:

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23.09 - 01.10.2017Reise findet statt

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