Lemberg - L’viv

Mit Aufenthalt in Posen, Przemyśl, Krakau und Exkursionen nach Brody und Žovkva

„Die Lemberg-Reise war wunderbar, das Programm interessant, die Vorbereitung hervorragend. Unsere Reisegruppe war interessiert und belesen. Toll, dass so viele Gleichgesinnte durch EOL aufeinandertreffen“ (Franziska Seils, August 2009)

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Termine:
  • 2.4.-9.4.10
  • 26.7.-2.8.10
  • 13.8.-20.8.10
  • 15.10.-22.10.10  buchen
  • 22.4.-30.4.11  reservieren
  • 23.7.-31.7.11  reservieren
  • 11.8.-19.8.11  reservieren
  • 14.10.-22.10.11  reservieren
Preis 2010 (verlässlicher Preis für 2011 hier ab November):
  • Reisepreis: € 765,-
  • Bei eigener An-/Abreise bis/ab Krakau: € 675,-, Zusteigemöglichkeit am 2. Reisetag gegen 6.30 Uhr in Krakau, bis/ab Lemberg (z.B. Flug): € 625,-
  • Über Flugmöglichkeiten informieren wir Sie gerne
Kombinierbar 2010 mit:

Unsere Reise in die „Stadt der Löwen“, die Mitte der 1980er Jahre zur „heimlichen politischen Hauptstadt der Ukraine“ avancierte, hat folgende Themenschwerpunkte:
● Polnische, österreichische, deutsche, sowjetische und ukrainische Herrschaftsträger in der „multikulturellen“ Stadt: Auswirkungen auf Stadtbild und Bewusstsein
● Das jüdische Lemberg
● Die literarische Landschaft von Joseph Roth (Tagesexkursion in seinen Geburtsort Brody)
● Die „Ideale Stadt“ Žovkva
● Chancen und Probleme der unabhängigen Ukraine
● Treffen und Gespräche u.a. mit einer Germanistin, einem Mitglied der jüdischen Gemeinde, einem Journalisten, einer Deutschlehrerin

Hauptstadt Galiziens und Metropole der Westukraine

Lemberg wurde 1256 gegründet und entwickelte sich im Spätmittelalter und der Frühen Neuzeit zu einem wichtigen Handelsplatz. Neben polnischen und ruthenischen (ukrainischen) Bewohnern prägten vor allem Deutsche, Juden und Armenier das frühe Bild der Stadt. Die Vielfalt der Bevölkerung spiegelte sich auch im Nebeneinander verschiedener Glaubensgemeinschaften wider. Sowohl die Römisch-Katholische als auch die Unierte und die Armenische Kirche hatten hier einen Bischofssitz.

Viertgrößte Stadt der KuK-Monarchie
1772 fiel Lemberg an das Habsburgerreich, veränderte unter diesem Einfluss grundlegend sein Gesicht, erlebte einen neuen Aufschwung und wurde nach Wien, Budapest und Prag zur viertgrößten Stadt der KuK-Monarchie und zur Hauptstadt des neu geschaffenen „Königreichs Galizien und Lodomerien“. Das Klima der Stadt war einerseits geprägt von kultureller Vielfalt, andererseits verschärften sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts die nationalen Gegensätze, besonders zwischen Ukrainern und Polen.

Polen, Juden, Ukrainer
Dieser Gegensatz war auch ein bestimmender Faktor der Zwischenkriegszeit, in der Lwów wieder Bestandteil des polnischen Staates war. Die Lemberger Juden, die ein Drittel der Einwohnerschaft stellten, bekamen nun auch einen aggressiven Antisemitismus zu spüren. Mit der Eingliederung in die Sowjetukraine (1939–41) gingen Deportationen und Verhaftungen und damit tiefe Einschnitte in das soziale Gefüge der Stadt einher. Während der NS-Besatzung wurde Lemberg zum Schauplatz von Pogromen der örtlichen Bevölkerung und der systematischen Ermordung der Juden durch die Deutschen. Nach Kriegsende geriet die Stadt, die – auch durch die planmäßige „Aussiedlung“ der polnischen Bevölkerung überwiegend in das nach 1945 zu Polen gehörende Breslau – 80% ihrer Vorkriegseinwohnerschaft verloren hatte, in eine europäische Randlage.

Rückkehr nach Europa
In den 1980er Jahren bestätigte Galizien seinen Ruf als „ukrainisches Piemont“, L’viv wurde zur „heimlichen politischen Hauptstadt der Ukraine“, wichtige Impulse zur Erlangung der Unabhängigkeit gingen von hier aus. Den ukrainischen Juden ermöglichte die Perestrojka zum einen die Emigration aus den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen, zum anderen das Wiederanknüpfen an die von den Nazis zerstörte und von den Sowjets tabuisierte Tradition. Es entstand wieder jüdisches religiöses und kulturelles Leben in Lemberg.
In den letzten Jahren hat sich viel getan. Viele Gebäude der Innenstadt erstrahlen in renoviertem Glanz (wenn auch oft nur die Fassaden), zahlreiche neu eröffnete Cafés und Restaurants vertreiben die sowjetische Tristesse und laden zum Verweilen ein. Ohne Übertreibung kann man das heutige Lemberg als „unentdeckte Perle“ bezeichnen, das einen Vergleich mit der Schönheit Krakaus nicht zu scheuen braucht, angesichts der noch relativ geringen Anwesenheit westlicher Touristen eher noch sympathischer und „ursprünglicher“ wirkt. Trotz aller schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Probleme, die neben der Schönheit der Stadt auch sichtbar sind, ist besonders unter jüngeren Lembergerinnen und Lembergern eine Aufbruchstimmung zu spüren. Sie engagieren sich in verschiedenen politischen und kulturellen Initiativen, in ukrainisch-westeuropäischen Kooperationsprojekten, in dem nicht einfachen Bestreben, eine Bürgergesellschaft aufzubauen, mit dem Wunsch und Bewusstsein zu Europa zu gehören. Das Brüsseler Europa steht diesem Wunsch, der während der Orangen Revolution noch einmal deutlich unterstrichen wurde, eher reserviert gegenüber.

Vorgesehenes Reiseprogramm

    1. Tag
    • Abfahrt ab Berlin nach Posen (ca. 16.30 Uhr), Gelegenheit zu einer Stippvisite des schönen Marktplatzes
    • Weiterfahrt mit dem Nachtzug nach Przemyśl
    2. Tag
    • Ankunft in Przemyśl (ca. 11.30 Uhr)
    • Weiterfahrt mit dem Reisebus
    • Ankunft in Lemberg gegen 17.00 Uhr
    • Zeit für einen ersten Orientierungsspaziergang
    3. Tag
    • Spaziergang durch die Altstadt (UNESCO Weltkulturerbe) und über den Rynok (Marktplatz). Besichtigung des armenischen Viertels, der Boim-Kapelle u.a.
    • Stadtrundfahrt mit Ausstiegen („Hohes Schloss“, St. Georgs-Kathedrale, Stryjskyj-Park, Universität u.a.): Lembergs wechselhafte Geschichte unter polnischer, österreichischer, deutscher, sowjetischer und ukrainischer Herrschaft. Die Sehenswürdigkeiten, das Alltagsleben, die Rolle der Kirche, die politische und wirtschaftliche Situation
    4. Tag
    • „Das jüdische Lemberg“: Kulturzentrum (in der Sowjetzeit Sporthalle), Mahnmal für die Ghettoopfer, Gelände des ehemaligen Janower Konzentrationslagers, Bahnstation, von der die Nazis die Lemberger Juden ins Vernichtungslager Bełżec deportierten, Gebäude des ehem. jüdischen Krankenhauses, Synagoge, u.a.
    • Exkursion in das Renaissancestädtchen Žovkva/Zolkiew (25 km von Lemberg), einer vom italienischen Architekten Cataneo angelegten „Idealen Stadt“: Basilianerkloster, römisch-katholische Kathedrale mit den Grabstätten der polnischen Adelsfamilie Zolkiewski, Wehrsynagoge, spätmittelalterliche Holzkirchen
    5. Tag Tagesexkursion nach Brody:
    • Die literarische Landschaft Joseph Roths, der 1894 hier geboren wurde, und Ansichten der ukrainischen Provinz
    • Besuch in der Schule, in der Roth Matura machte, Gespräch mit der Deutschlehrerin
    • Spaziergang durch den Ortskern
    • Besichtigung des jüdischen Friedhofes
    6. Tag
    • Gespräch mit einem Lemberger Journalisten: Die aktuelle politische, wirtschaftliche und soziale Situation der Ukraine
    • Zeit zur freien Verfügung
    • Besuch der Abendvorstellung der Lemberger Oper
    7. Tag
    • Bahnfahrt über Przemyśl nach Krakau
    • Ca. fünf Stunden Aufenthalt in Krakau, Möglichkeit zum Spaziergang durch die wunderbare Altstadt
    • Fahrt mit dem Nachtzug nach Stettin (ca. 19.30 Uhr)
    8. Tag
    • Weiterfahrt nach Berlin
    • Ankunft in Berlin (ca. 9.00 Uhr)


    (Die An- und Abreisezeiten per Bahn können sich aufgrund von Fahrplanaktualisierungen noch verändern).

Kosten und Leistungen

  • Reisepreis: € 765,-
  • Bei eigener An-/Abreise bis/ab Krakau: € 675,-, Zusteigemöglichkeit am 2. Reisetag gegen 6.30 Uhr in Krakau, bis/ab Lemberg (z.B. Flug): € 625,-
  • Über Flugmöglichkeiten informieren wir Sie gerne

Im Preis enthalten sind:

  • Vorbereitungsmaterialien
  • Bahnreisen Berlin–Posen/Lemberg–Krakau/Stettin–Berlin (2. Klasse)
  • Bahnreisen Posen–Przemyśl im Schlafwagen (3-Bett-Abteil)/Krakau–Stettin im Liegewagen (6-Bett-Abteil)
  • Reisebusfahrt Przemyśl–Lemberg
  • 5 Übernachtungen im DZ mit Bad/WC im Hotel „Wien“ (Mittelklasse, direkt im Zentrum)
  • Halbpension (5 Tage)
  • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und ukrainische Reiseleitung)
  • Sicherungsschein


Zusätzliche Kosten (fakultativ):

  • Einzelzimmer: € 90,-
  • Schlafwagen Krakau–Stettin im 3-Bett-Abteil: € 15,-
  • Schlafwagen Posen–Przemyśl/Krakau–Stettin im 2-Bett-Abteil: € 45,-



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Ringplatz in Lemberg (Thomas Reck)
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Basilianerkirche in Žovkva (Thomas Reck)
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Christus auf der Boim-Kapelle (Thomas Reck)
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Altstadt in Lemberg (Thomas Reck)
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Synagoge in Brody (Thomas Reck)
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Arkaden in Žovkva (Thomas Reck)
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Joseph-Roth-Denkmal in Brody (Thomas Reck)