Usbekistan - O'zbekiston

Taschkent - Nukus - Muynak - Toprak Kala - Chiwa - Buchara - Kadok - Samarkand

„Besonders gute Programmpunkte: Mahlzeiten; Sämtliche Kontakte mit Projekt-Akteuren in Usbekistan; Gutes Verhältnis zwischen Inputs und Raum für eigene Erkundigungen." (Nevzat Bulic, Frankfurt am Main, Oktober 2016)

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Termine:
  • 10.4.-22.4.17  reservieren  buchen
  • 2.10.-14.10.17  reservieren  buchen
Preis:
  • Reisepreis: € 2.295,- (ab/bis Frankfurt)
  • Bei eigener An-/Abreise bis/ab Taschkent (inkl. Einzelvisum): € 1.750,-
Kombinierbar mit: Landkarte der Reise anschauen

Themen der Reise:
● Islamische, sowjetische und zeitgenössische Architektur in Taschkent, Nukus, Chiwa, Buchara und Samarkand
● Die Seidenstraße: Drehscheibe für Waren und Ideen zwischen Ost und West
● Zoroastrismus, Judentum und Islam in Zentralasien
● Avantgardekunst an der sowjetischen Peripherie: Das Sawitzki-Kunstmuseum in Nukus
● Wasserkonflikte und das Verschwinden des Aralsees
● Besuch einer Dorfgemeinde: Informationen zum Leben auf dem Land und zur Landwirtschaft
● Nationsbildung im heutigen Usbekistan: Geschichtspolitik und Aufarbeitung des Stalinismus
● Baumwolle, Teppiche und Seidenpapier: Wirtschaft und Kunsthandwerk
● Treffen mit einem Mitglied der jüdischen Gemeinde, einem Universitätsprofessor und einer Mitarbeiterin einer internationalen Organisation

Auf den Spuren der Seidenstraße und des Aralsees

Das Staatsgebiet des heutigen Usbekistan ist das Ergebnis der sowjetischen Nationalitätenpolitik, die in den 20er und 30er Jahren die Grenzen zwischen den zentralasiatischen Unionsrepubliken nicht nach historischen, sondern vor allem nach machtpolitischen Gesichtspunkten festlegte. Die heutige Nationsbildung Usbekistans steht vor der Aufgabe, die Existenz des Staates in seinen aktuellen Grenzen (auch historisch) zu legitimieren.

Oasenstädte und Handelswege
Prägend für diese Region war und ist der fehlende Zugang zu den Weltmeeren, der Wasser bis heute zu einem kostbaren und umkämpften Gut in den zentralasiatischen Staaten macht. Das Territorium Usbekistans besteht zu etwa 80 Prozent aus Wüstenlandschaft. Schon im zweiten und ersten Jahrtausend v. Chr. siedelten unterschiedliche Stämme an den Ufern der großen Flüsse und ließen dort Oasen und Kulturlandschaften entstehen. Die Region zwischen den beiden wichtigsten Flüssen Amudarja (Oxus) im Süden und Syrdarja (Jaxartes) im Norden hieß in der Antike „Transoxanien“.
Die Oasenstädte dieses Zwischenstromlandes waren schon früh wichtige Umschlagplätze auf den Karawanenrouten zwischen Ost und West. Den mythisch verklärten Namen „Seidenstraße“ erhielt dieses Handelsroutennetz jedoch erst rückblickend im 19. Jahrhundert. Genau genommen umfasste die Seidenstraße mehrere Karawanenwege, die sich im Laufe der Jahrhunderte änderten und über die nicht nur chinesische Seide, sondern auch andere Güter wie Gewürze, Elfenbein und Keramik transportiert wurden. Auch Ideen und Religionen verbreiteten sich auf diesem Weg. So fand etwa der Buddhismus seinen Weg nach China über die zentralasiatische Seidenstraße.
Seit dem 6. Jahrhundert war Transoxanien Teil des Reichs der Achämeniden (Perser), das um 330 v. Chr. von Alexander dem Großen erobert wurde. Nach dem Zerfall des alexandrinischen Imperiums geriet es in den Einflussbereich unterschiedlicher Großreiche und Völker, blieb jedoch weiterhin persisch geprägt. Die bedeutendste Religion war der iranische Zoroastrismus.
Die arabische Eroberung im 8. Jahrhundert brachte den Islam nach Mawarannahr (arabisch für Transoxanien). Während der persisch-muslimischen Dynastie der Samaniden entwickelte sich im 9. und 10. Jahrhundert die Stadt Buchara zum Zentrum persischer Kultur und Wissenschaft. Nach dem Zerfall des Samanidenreichs regierten in der Region verschiedene Völker, bis im Jahre 1219 die mongolischen Truppen Dschingis Khans einfi elen. Viele Städte, darunter auch Buchara und Samarkand, wurden dabei fast völlig zerstört. 150 Jahre später errichtete Amir Timur (auch Tamerlan) ein neues Großreich, das von der Türkei bis nach Indien reichte. An Grausamkeiten gegenüber den unterlegenen Städten und Gegnern stand er seinem berühmten Vorgänger in nichts nach. Gleichzeitig förderte Timur aber die Künste und Wissenschaften, so dass die Region unter seiner Regierung eine kulturelle Blütezeit erlebte. Mit Hilfe ausländischer Baumeister und Künstler ließ er Samarkand zu seiner Hauptstadt ausbauen.
Heute wird Amir Timur - obwohl eigentlich mongolischer Abstammung - zum Vater der usbekischen Nation erhoben, wenngleich seine Politik für einige Teile des heutigen Usbekistans (z.B. Choresmien und Karakalpakstan) vor allem Zerstörung bedeutete. Auch trat das namensgebende Volk der Usbeken - eigentlich ein Zusammenschluss verschiedener Turkvölker - erst im 15. Jahrhundert in Erscheinung und beendete die Herrschaft der Timuriden (Nachfolger Timurs). Im frühen 16. Jahrhundert entstanden als neue Herrschaftsgebilde die Chanate Buchara, Chiwa und Kokand (mit Taschkent), die von nun an die politische Landkarte prägten.
Die Entdeckung des Seeweges nach Indien führte ab dem 16. Jahrhundert zum Bedeutungsverlust der Seidenstraße und damit auch zu einer Abschottung der zentralasiatischen Städte. Von der früheren Offenheit, Toleranz und dem Austausch der Kulturen war kaum noch etwas zu spüren. Zwischen 1865 und 1873 eroberte das Russische Reich, das im Wettbewerb zu Großbritannien um den Einfluss in Zentralasien stand (Great Game), die zentralasiatischen Chanate. Nach der Oktoberrevolution und Gründung der Sowjetunion wurden diese zunächst in Volksrepubliken umgewandelt. 1924 wurde die Usbekische SSR ausgerufen, deren 1936 festgelegte Grenzen auch nach der Unabhängigkeit Usbekistans 1991 ihre Gültigkeit behielten.

Das Verschwinden des Aralsees
Die sowjetische Herrschaft hat die Entwicklung Usbekistans maßgeblich geprägt. In den 50er Jahren wurde der Baumwollanbau stark forciert, was Usbekistan zu einem der größten Baumwollexporteure der Welt machte. Dieser bewässerungsintensive Wirtschaftszweig führte jedoch dazu, dass den Flüssen immer mehr Wasser entnommen werden musste. Seit den 60er Jahren verlor der Aralsee, dessen Hauptzuflüsse traditionell Amudarja und Syrdarja waren, merkbar an Wasser und verlandete zunehmend. Dies hat nicht nur katastrophale Folgen für die Wirtschaft der Region und die soziale Lage der Bevölkerung. Die Versalzung der Böden bringt auch ernsthafte gesundheitliche Schäden mit sich.
Seit der Unabhängigkeit 1991 regierte Präsident Islam Karimow das Land ununterbrochen bis zu seinem Tod im Herbst 2016. Die zukünftige Regierung steht vor schwierigen Aufgaben: Die Bevölkerung des Landes wächst stetig. Usbekistan ist heute das bevölkerungsreichste Land Zentralasiens, zwei Drittel seiner Einwohner sind unter 30 Jahre alt. Weitere Herausforderungen sind das angespannte Verhältnis zu den Nachbarstaaten sowie die Beziehungen zu den USA, Russland und der EU.

Vorgesehenes Reiseprogramm

    1. Tag
    • Direktflug mit Uzbekistan Airways (ca. 11.30 Uhr) von Frankfurt nach Taschkent (Ankunft ca. 20.30 Uhr)
    2. Tag
    • Besichtigung der Altstadt von Taschkent: u.a. Hasrati- Imom-Platz (Koranausgabe aus dem 7. Jh.), Spaziergang durch ein Altstadtviertel
    • Spaziergang durch die Taschkenter „Neustadt“: u.a. Fußgängerzone, Romanow-Palast, Regierungsgebäude
    3. Tag
    • Besichtigung des Museums zum Gedenken an die Opfer der zaristischen und stalinistischen Repressionen
    • Zeit zur freien Verfügung in Taschkent
    • Flug nach Nukus
    • Informationsgespräch zum Aralsee
    4. Tag
    • Fahrt nach Muynak (früher am Aralsee, heute ca. 180 km von diesem entfernt): Begehung der Aralseewüste mit „Schiffsfriedhof“, Besuch des Stadtmuseums
    • Rückfahrt nach Nukus. Unterwegs Besichtigung der Gräberstadt Mizdakhan
    5. Tag
    • Besichtigung des Sawitzki-Kunstmuseums in Nukus, der weltweit zweitgrößten Sammlung russischer und zentralasiatischer Avantegardekunst
    • Besuch eines Handarbeitsprojekts für Frauen aus der Aralsee-Region
    • Fahrt mit dem Reisebus nach Chiwa. Unterwegs Besichtigung der Festung Toprak Kala aus dem 3./4. Jh. n. Chr.
    6. Tag
    • Geführter Spaziergang durch die Altstadt Chiwas: u.a. Freitagsmoschee, Medresen, Chanspalast
    • Zeit zur freien Verfügung in Chiwa
    7. Tag
    • Fahrt mit dem Reisebus durch die Kisilkumwüste nach Buchara
    • Unterwegs: Zwischenstopp am Fluss Amudarja, Spaziergang in der Wüste, Zwischenhalt an einem Baumwollfeld
    8. Tag
    • Geführter Spaziergang durch Buchara: u.a. Samaniden-Mausoleum, Moscheen, Zitadelle, Kuppelbasare, Synagoge
    9. Tag
    • Exkursion in die Umgebung von Buchara:
    • Fahrt zur Pilgerstätte mit dem Grabmal Bahauddin Naqschbands, des Begründers des gleichnamigen Sufi-Ordens. Gespräch mit einem Wissenschaftler zum Thema Sufismus
    • Besuch des ehemaligen Wohnhauses des Politikers Fajsulla Chodschajew, 1938 unter Stalin ermordet
    • Zeit zur freien Verfügung in Buchara
    10. Tag
    • Fahrt ins Dorf Kadok im Vorgebirge des Nurata-Höhenzugs
    • In Kadok: Mittagessen bei einer Familie, Spaziergang durchs Dorf und Informationen zur Landwirtschaft
    • Weiterfahrt nach Samarkand
    11. Tag
    • Stadtbesichtigung in Samarkand: Observatorium von Ulugbek, Nekropole Schohi-Zinda, Basar, Registan-Platz, Mausoleum Amir Timurs, Moschee Bibi Khanum
    12. Tag
    • Altstadtspaziergang und Besuch der Synagoge der „Buchara-Juden“. Gespräch mit einem Gemeindemitglied
    • Besuch einer Seidenpapiermanufaktur
    • Zeit zur freien Verfügung in Samarkand
    • Fahrt mit dem Zug nach Taschkent
    13. Tag
    • Flug mit Uzbekistan Airways (ca. 6.00 Uhr) nach Frankfurt (Ankunft ca. 9.30 Uhr)

Kosten und Leistungen

  • Reisepreis: € 2.295,- (ab/bis Frankfurt)
  • Bei eigener An-/Abreise bis/ab Taschkent (inkl. Einzelvisum): € 1.750,-

Im Preis enthalten sind:

  • Vorbereitungsmaterialien
  • Visumgebühr und -beschaffung (Gruppenvisum)
  • Direktflug mit Uzbekistan Airways Frankfurt-Taschkent-Frankfurt, Economy-Klasse
  • Inlandsflug Taschkent-Nukus mit Uzbekistan Airways
  • Bahnfahrt Samarkand-Taschkent (2. Klasse)
  • 12 Übernachtungen im DZ (Bad/WC) in sehr zentral gelegenen Mittelklassehotels in Taschkent ("Uzbekistan", 3), Nukus ("Jipek Joli 2" 2), Chiwa ("Asia", 2), Buchara ("Hovli Poyon", 3), Samarkand ("Bibi Khanum", 2)
  • Halbpension (12 Tage)
  • Komplette Programmkosten, Eintrittsgelder und Reiseleitung (EOL und usbekische Reiseleitung)


Zusätzliche Kosten (fakultativ):

  • Einzelzimmer: € 180,-
  • Rail&Fly: An- und Abreise mit der Deutschen Bahn bis/ab Frankfurt von/bis zu jedem deutschen DB-Bahnhof: € 90,-



SHARQDAN NUR TARALADI - EX ORIENTE LUX

 

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